Olympia in der Sackgasse

Ministerrat kehrt mit leeren Händen zurück – Grüne drängen auf Ausstieg aus der Bewerbung

Die Landtagsgrünen sehen die bayerische Olympiabewerbung nach der heutigen Sitzung des Ministerrats endgültig in einer Sackgasse: „Die Staatsregierung kann weder den Menschen in der betroffenen Alpenregion, noch im Rest Bayerns schlüssig begründen, was der Freistaat aus einer Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018 gewinnen soll“, sagte der klimapolitische Sprecher Ludwig Hartmann. „Der Ministerrat kehrt mit leeren Händen aus Garmisch zurück.“

Die grüne Landtagsfraktion drängt daher auf einen Ausstieg aus der Bewerbung. Gerade in Zeiten des Klimawandels seien Winterspiele in den bayerischen Alpen ökologisch nicht zu verantworten, betont Ludwig Hartmann: „Die Risiken, die derartige Großevents für den hochsensiblen Alpenraum mit sich bringen, stehen in keinerlei Verhältnis zu den vermeintlichen Segnungen für Wirtschaft und Tourismus.“ Die bisherigen Versprechen, mit den olympischen Winterspielen in Bayern ökologische Maßstäbe zu setzen, seien bislang über vage Ankündigung nicht hinausgekommen.

Alarmiert zeigten sich die Grünen insbesondere von der im Kabinett beraten Liste für Verkehrsgroßprojekte. „Hier drohen für Olympia alle Dämme zu brechen. Was da für ein einziges Großevent verbaut werden soll, ist ökologisch hochgradig bedenklich und in Zeiten knapper öffentlicher Kassen nicht mehr darstellbar.“ Angesichts der verfahrenen Situation insbesondere in Garmisch müsse die Staatsregierung daher endlich die Reißleine ziehen.

Artikel der Onlineausgabe der Süddeutschen Zeitung:
www.sueddeutsche.de/bayern/kabinett-in-garmisch-seehofers-besuch-bringt-keinen-durchbruch-1.980514

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3 Kommentare

  1. Wolfgang
    Erstellt am 29. Juli 2010 um 11:05 | Permanent-Link

    Im besten Fall kostet dieses Desaster schon 33 Millionen EURO, die sinnvoller hätten eingesetzt werden können. Bleibt zu hoffen, dass das Drama schon mit der Bewerbung endet wie bei Leipzig und Berlin.

  2. M.Mittermeier
    Erstellt am 8. August 2010 um 10:57 | Permanent-Link

    Liebe Olympiagegner in Garmisch,
    hoffentlich bleiben die Landwirte auch weiterhin bei ihrer Meinung die Felder nicht zur Verfügung zu stellen. Wie der Rückbau nach einem derartigen Event aussieht kann sich jeder in Salzburg-Klessheim ansehen. Hier wurde das Fußballstadion für die EM stark vergrößert und sollte nach der EM wieder zurückgebaut werden. Mit dem Rückbau wurde bis heute nicht begonnen. Es handelt sich zwar hier um österreichische Politiker, aber der Unterschied zu deutschen ist sicher nicht sehr groß was Versprechungen und Tatsachen anbelangt.
    Viele Grüße
    M.Mittermeier

  3. klaus frank
    Erstellt am 21. August 2010 um 07:25 | Permanent-Link

    Meiner Meinung nach, dürften Olympische Spiele und andere Großveranstaltungen nur noch stattfinden, wenn man ohne gigantische Neubauten bestehende Anlagen nutzen kann.
    Aus Umweltschutzgründen muß mann doch auch als nicht Grüner Politiker soviel Hirn haben, dass Lanschaftsverschandelung und Verbrauch nicht dauerhaft Gewinnbringend zu vermarkten sind!
    Ich kann einer Olympiabewerbeung 2018 unter diesen Voraussetzungen ebenfalls nicht zustimmen!