Aktion vor der Staatskanzlei: „Keine Steuergelder für Olympia!“

Anlässlich der Versammlung der Münchner Olympiabewerbungsgesellschaft in der Bayerischen Staatskanzlei machte die Grüne Jugend München (GJM) vor deren Tür ihren Protest gegen die andiskutierten öffentlichen Zuschüsse deutlich. Mitglieder der GJM versammelten sich mit einem Transparent mit der Aufschrift „Keine Steuergelder für Olympia“ vor der Staatskanzlei, um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, während drinnen die Bewerbungsgesellschaft beriet.

„Mit dieser Aktion hat die Grüne Jugend München ein deutliches Zeichen gegen die Verwendung von öffentlichen Geldern für die Olympische Bewerbung gesetzt. Wir wollten der Bewerbungsgesellschaft ihren Wortbruch aufzeigen. Denn sie haben versprochen, die Bewerbungskosten von 30 Millionen Euro ausschließlich durch private Sponsoren zu bezahlen, davon ist im Moment nicht mehr die Rede.“, erklärt Katharina Schulze (Vorsitzende der Grünen Jugend München) und führt weiter aus: „Der Geschäftsführer der Bewerbungsgesellschaft Willy Bogner versucht ein Einspringen des Freistaates und der Bewerbergemeinden mit einer Rücktrittsdrohung zu erpressen. Das wäre unverantwortlich! Man sollte sich lieber mal fragen, warum der Deutsche Olympische Sportbund, der mit 51% der Anteile Haupteigentümer der Gesellschaft ist, keinen Cent beisteuert. Es kann nicht sein, dass die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler für das mangelnde Spendenaufkommen gerade stehen müssen!“

Von den veranschlagten 30 Millionen Euro Bewerbungskosten sind erst 20 Millionen Euro durch Sponsorengelder eingenommen worden. Unter den Sponsoren finden sich zudem nicht nur private, sondern auch öffentliche Unternehmen wie zum Beispiel die Flughafen München GmbH. Ferner muss das Bewerbungsbudget Presseberichten zufolge wohl auf 40 Millionen aufgestockt werden.

„Das Finanzchaos, das schon bei der Bewerbung entstanden ist, gibt uns einen Vorgeschmack auf das, was uns bei der Ausrichtung der Spiele blühen würde.“, meint Jakob Hahn (Vorsitzender der Grünen Jugend München) und begründet: „Die letzten Austragungsorte wie Turin und Vancouver haben bei den Spielen regelrechte Kostenexplosionen erlebt. Das von der Bewerbungsgesellschaft veranschlagte Organisationsbudget von 450 Millionen Euro ist viel zu niedrig angesetzt. Unabhängige Schätzungen gehen von einem Vielfachen aus. Dabei sind die Kosten für die Errichtung und Erhaltung permanenter Infrastruktur noch gar nicht eingerechnet, die den Löwenanteil der Kosten für Olympia ausmachen und von der Öffentlichkeit übernommen werden muss. Bereits jetzt sind die bayerischen Ausrichterstädte hochverschuldet. Das olympische Abenteuer ist daher unverantwortlich gegenüber kommenden Generationen und muss jetzt ein Ende finden!“

Für Rückfragen stehen gerne zur Verfügung
Katharina Schulze (0170/ 29 43 481)
Jakob Hahn (0176 /62 37 40 09)

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Ein Kommentar

  1. Nic.Freytag Loringhoven
    Erstellt am 23. August 2010 um 14:07 | Permanent-Link

    Der Wind dreht sich. Wie die Stuttgarter Politiker sich jetzt einem überraschenden gewaltigen Widerstand gegen ihre Bahnhofspläne gegenüber sehen, werden unsere Politiker den zunehmenden NOrlympia-Wind spüren und geschmeidig reagieren. Bei diesem bevorstehenden Pferdewechsel sollte man ihnen in den Sattel helfen und sie nicht in einen – schlussendlich fruchtlosen – Widerstand treiben. Überläufer wären mithin nicht als Verräter am Olympia-Gedanken zu sehen, sondern vielmehr als Mitdenker, die den Unfug dieser Bewerbung erkennen konnten.